Liebe Freunde des Jochbergs

nun ist es also „amtlich“, am Freitag verkündete die bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Energie, Ilse Aigner, das AUS für die Planungen zum PSW-Jochberg, sowie alle weiteren PSW-Projekte in Bayern.

Zitat aus dem entsprechenden Beitrag des Münchner Merkurs:

„Die Frage nach einem Neubau von Pumpspeicherwerken stellt sich in Bayern und eigentlich in ganz Deutschland derzeit nicht. Es gibt dafür einfach kein Geschäftsmodell….  Es wird sich kein Investor für diese Projekte finden“ ..und weiter: “ Die Pläne für den Jochberg waren – und das ist meine persönliche Meinung – ohnehin keine gute Idee. Das ist ein Ausflugsberg und wäre mit der Bevölkerung und auch unter Umweltgesichtspunkten ohnehin schwer zu realisieren“

Fazit für uns nochBergler: Über 18 Monate Engagement und Auseinandersetzungen haben sich also gelohnt! Nicht zuletzt aufgrund des großen Interesses und der Ablehnung durch die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden und weit darüber hinaus, hat die Politik die Botschaft verstanden: Derart landschaftszerstörende Eingriffe, basierend auf vordergründigen Argumenten, finden keine Mehrheit!

Wobei es anfangs – wir erinnern uns an den Februar 2013 – nicht danach aussah.
Die ersten Reaktionen nach Bekanntwerden der Pläne wiesen durchaus Sympathien für dieses Projekt aus. Von „besser als ein Atomkraftwerk“ bis „..wir müssen unseren Beitrag für die Energiewende leisten..“ reichten die Aussagen und Einschätzungen in Teilen der Bevölkerung, sowie etlicher lokaler Größen.
Durch beharrliche, sachliche Überzeugungsarbeit mit guten fachlichen Argumenten, viel Phantasie und vor allem dank der Beteiligung unzähliger umweltbewegter Bergfreunde konnten wir dazu beitragen, dass sich die Bewertung des Vorhabens der Energie-Allianz Bayern zu dem entwickelt was es faktisch darstellt: einem unverantwortlich gigantischen natur- und landschaftszerstörenden Eingriff und ohne Relevanz für eine zukunftsweisende Energieversorgung, egal ob am Jochberg oder anderswo.

Nachdem es sich bei diesem Schreiben, im Zusammenhang mit unserem Jochberg, um eine der wohl hoffentlich letzten Nachrichten an Euch handelt, ist es mir ein Anliegen, an dieser Stelle noch den wichtigsten Mitstreitern, sozusagen den „Köpfen von „nochBerg“, zu danken:

Ritchi Huber, Mitkämpfer seit der ersten Stunde und fachlicher Berater und Lektor; Stefan König, Ideengeber, Texter und Regisseur der Pressearbeit; Janina Schicht und Kathi König, verantwortlich für Text und Logos, sowie unseren Außenauftritt; Philippe Steimayr, Gestalter und Herr über unseren Internetauftritt; Rosi Marksteiner, Verwaltung  unserer Finanzen und unermüdliche Organisatorin; Rudi Erlacher, profunder Kenner, Ratgeber und wortgewaltiger Akteur in Sachen erneuerbarer Energien; Ralf Bücheler, Dokumentarfilmer und Unterstützer von Anbeginn an; Werner Raschbacher, intellektuell-phantasievoller Kartengestalter und Aktivist; Bernd Ritschel, renommierter Bergfotograf, stellte uns seine wunderschönen Bilder kostenfrei zur Verfügung;

Ausgehend vom Loisachtal, hat der Protest relativ schnell den Isarwinkel und die Jachenau erreicht. Stefan Bammer, Organisator der online-Petition, hat weit mehr als 5000 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt; Benedikt Fischer und Albert Orterer, die beiden Gründer von „PSW nein Danke“ haben die Jachenau(!) mobilisiert und von hier aus aktiv den Widerstand organisiert;

Aber auch von Walchensee aus engagierten sich zahlreiche Bürger von Anbeginn an in unserem Sinne:
von Petra Stamm und Martin Brost und von „Dorfleben Walchensee“ erfuhren wir großzügige Unterstützung in vielerlei Hinsicht von Anfang an; Sepp Heilinglechner, Vorsitzender der Walchenseestiftung, stand uns stets mit Rat und tatkräftig zur Seite.
Der Dank gilt aber auch und insbesondere allen, jetzt Ungenannten, die sich auf ihre Art am Protest beteiligten.

Unser vorrangiges Ziel, insbesondere in den ersten Monaten nach Gründung des Aktionsbündnisses, war möglichst viele Menschen, auch überregional über die Dimensionen dieses Projekts zu informieren. Dies gelang uns einerseits durch den Kontakt zu den Naturschutzverbänden die sich dem Erhalt und einer zukunftsfähigen Entwicklung des Alpenraums verschrieben haben und durch Gespräche und Diskussionen mit den für unsere Region politisch Verantwortlichen.

Folgenden Naturschutzverbänden gilt unser besonderer Dank:

Verein zum Schutz der Bergwelt, Rudi Erlacher
Mountain Wilderness, Karin Lankes, Heidi Hecht und Michael Pröttel
Bund Naturschutz, mit seinem Vorsitzenden Dr. Hubert Weiger
Deutscher Alpenverein, mit dem stellv. Vorsitzenden Ludwig Wucherpfennig
CIPRA Deutschland, mit seinem Präsident Erwin Rothgang
NaturFreunde Deutschland, Christine Eben

Die politisch Verantwortlichen waren nicht sonderlich angetan angesichts der Öffentlichmachung des Projekts und anschließend unsicher bei der Abgabe ihrer persönlichen Haltung zu dem Vorhaben.
Für uns selbstverständlich, luden wir den Kochler Bürgermeister Thomas Holz regelmäßig zu den Treffen des Aktionsbündnisses ein und es entstand ein anständiger Informations- und Gedankenaustausch. Tatkräftige Unterstützung von Kommunalpolitikern erhielten wir insbesondere von Monika Hoffmann-Seiler (Gemeinderätin Kochel a. See) und der SPD-Ortsvorsitzenden Angelica Dullinger.
Eindeutig gegen das PSW, positionierten sich von den zuständigen Landtags- und Bundestagskandidaten, der Kochler SPD-Bundesabgeordnete Klaus Barthel und der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn. Und nur die Landtagsfraktion der SPD, mit ihrem Vorsitzenden Markus Rinderspacher, traute sich, oder schaffte es als einzige der im Landtag vertretenen Parteien, auf den Jochberg und stellte sich der Diskussion.
Der politischen Neutralität verpflichtet möchten wir feststellen, dass es auch innerhalb der Bayern- und Bundes-SPD zahlreiche Befürworter des PSW-Jochberg bis zuletzt gab.

So, jetzt ist aber genug gelobt.
Resümierend konnten wir einiges aus der ganzen Auseinandersetzung lernen:
Absehbar umstrittene Vorhaben werden so lange als möglich unter „dem Teppich“ gehalten.
(Kommunal)politiker lassen sich nach wie vor unverdrossen von Großinvestoren mit noch größeren Versprechungen blenden und so mancher Realpolitiker entdeckt sein grünes Herz für die Energiewende aus Pragmatismus und so mancher Grüne verrät seine Grundsätze aus denselben Gründen.
Wesentlich wichtiger aber:
Mit Ausdauer, fundierten sachlichen Argumenten und viel Phantasie kann man die Menschen und ihre Unterstützung erreichen und ist nicht zwangsläufig vorhersehbar fragwürdigen politischen Entscheidungen ausgeliefert.

Uns bleibt die Genugtuung dass unsere Argumente zum Teil von der Staatsregierung als Begründung für ihre aktuelle Entscheidung übernommen wurden. Sollte sie sich aus „Sachzwängen“ eines Schlechteren besinnen und wieder auf unseren Jochberg schielen, werden wir unseren Widerstand mit Wucht wieder aufleben lassen!

In diesem Sinne ein herzliches Vergelt´s Gott für Eure Unterstützung,

nochBerg – der Jochberg bleibt!

Friedl Krönauer

Faszination Wissen des BR vom Montag, 14.07

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/faszination-wissen/pumpspeicher-jochberg-strom-video-100.html
(Mediathek des BR: Faszination Wissen des BR vom Montag, 14.07.)

Ein etwas missglückter, gar nicht wissenschaftlicher Beitrag mit dem Jachenauer Bgm als Hauptdarsteller.

Die Enge so manchen Tales erschwert und verstellt oft die Sicht auf die Dinge und auf das Wesentliche nachhaltig.

Der als wissenschaftlicher Beitrag gestartete und als Roadmovie mit folkloristischen Einsprengseln gelandete Streifen, mit einem wackeren Dorfbürgermeister, der hinausziieht in die weite Welt und das große Ganze (die Energiewende) und das Wohl seiner Bürger im Auge behalten will, in der Hauptrolle.

Sein heimlichster Wunsch im Zusammenhang mit dem Großprojekt PSW erinnert an die Grundhaltung vieler alpenländischer Tourismusmanager: der Tourist möge das Geld schicken, dem Ort jedoch bittschön fernbleiben.

Einstimmig gegen das PSW – Gemeinde Kochel stellt sich hinter „nochBERG“

Der Gemeinderat von Kochel hat sich in seiner Sitzung am 24. Februar 2014 einstimmig gegen ein Pumpspeicherwerk am Jochberg ausgesprochen. Laut den Berichten in den Heimatzeitungen habe man sich mit dem Aktionsbündnis „nochBERG – der Jochberg bleibt!“ solidarisch erklärt.

„nochBERG“ spricht den GemeinderätInnen besonderen Dank dafür aus, sich nach einem internen Diskussions- und Klärungsprozess in dieser Weise entschieden zu haben. Diese Abstimmung ist ein deutliches Signal für die Erhaltung des Jochberges. Zugleich ist sie auch eine Anerkennung für das große Engagement vieler Bürger, die sich für den Schutz von Bevölkerung, Landschaft, Natur und gegen das PSW eingesetzt haben – und die sich auch weiterhin einsetzen werden, um diese nicht mehr zukunftsfähige Technologie zu verhindern.

Podiumsdiskussion am 30. Januar 2014

Das Aktionsbündnis „nochBERG – der Jochberg bleibt!“ lädt zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion nach Kochel am See ein:

KONTROVERS: PUMPSPEICHERWERK am JOCHBERG?

Donnerstag, 30. Januar 2014
19:30 Uhr
Heimatbühne Kochel am See
Mittenwalder Str. 14

Ihre Teilnahme zugesagt haben bereits
Prof. Dr. Wolfgang Seiler (Energiewende Oberland), Prof. Dr. Hubert Weiger (BN) und Prof. Dr. Markus Aufleger (Universität Innsbruck).

Die Moderation übernimmt Dr. Georg Beyerle vom Bayerischen Rundfunk.
Der Eintritt ist frei.

Weitere Details in Kürze.

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